Informationen rund um das Reisen

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Reiseveranstalter

Ein Reiseveranstalter ist eine private Firma, welche eigens zusammen gestellte Reisen anbietet. Darin sind sowohl eigene Angebote wie auch solche von anderen Unternehmen zusammengenommen und werden als so genannte Pauschalreisen an die Kunden verkauft. Der Reiseveranstalter, welcher sich für das Konzept und die Werbung verantwortlich zeichnet, ist dabei hauptsächlicher Träger des Unternehmensrisikos. Die verschiedenen Angebote werden unter eigenem Namen geführt und auch über den jeweiligen Veranstalter bezahlt. Im technischen Sinne ist jeder Reiseveranstalter entweder eine natürliche oder juristische Person, die mindestens zwei unterschiedliche Reiseangebote zu einer Pauschalreise koppelt. Die Varianten gliedern sich dabei in die vier grundsätzlichen Bereiche Reiseverkehr, Unterkunft, Essensmöglichkeiten und Angebote Drittpersonen wie Ausflüge etc. Der Reiseveranstalter ist dabei nur in den wenigsten Fällen gleichzeitig der Anbieter jener Dienstleistungen, sondern meist blosser Vermittler. Für viele der Reiseveranstalter ist es ratsam, sich auf eine bestimmte Sorte an Kunden zu spezialisieren und den Erfolg in Nischenprodukten zu suchen.


Reisebüro

Das Reisebüro hat im Gegensatz zum Reiseveranstalter eine grössere Palette an Angeboten. Viele der Dienstleistungsprodukte sind nicht nur auf den Tourismus begrenzt, sondern umfassen ebenso Geschäftsreisen. Ein Reisebüro kann aufgrund ihrer generell grösseren Kapazitäten gleichfalls Dienstleistungen im Sinne eines Reiseveranstalters beziehungsweise –vermittlers anbieten. Jedoch haben in letzter Zeit viele Reisebüros mit der steigenden Diversität der Angebote und der zahlreichen Informationsquellen wie Internet zu kämpfen. Aufgrund dessen sind viele frühere Kunden kaum mehr auf die Vermittlung durch ein Reisebüro angewiesen, sondern können sich selbst Produkte übers World Wide Web zusammen stellen und buchen, was wiederum meist günstiger ausfällt, da die Verrechnungsgebühren niedriger sind. Trotzdem sind Reisebüros in der Beratung und weiteren Vermittlung bestimmter Produkte immer noch dem kaum transparenten Internet vorzuziehen. Ähnlich wie bei kleinen Reiseveranstalter sind die Reisebüros deshalb zunehmend gezwungen, sich auf eine Sparte oder Lokalitäten zu begrenzen und in diesem einen tadellosen Beratungsservice anzubieten.


Tourismuskonzerne

Tourismuskonzerne stellen entgegen den Reiseveranstalter oder Reisebüros jedes einzelne Glied des Gesamtpakets selbst, das heisst, dass nicht nur die Vermittlung oder Kopplung verschiedener Produkte angeboten wird, sondern alles (Reise, Unterkunft, Buchungsagenturen etc.) vom selben Dienststeller stammt. Dies wird grundsätzlich als vertikale Integration bezeichnet. Der Vorteil liegt in der Möglichkeit, auf alle Bereich stets Zugriff zu haben und aus diesen mit einem effizienten Zusammenschluss Synergien zu gewinnen. In den Anfangszeiten dieses Geschäftsmodells, welche zugleich mit einem Boom in der Tourismusbranche zusammen fiel, zeigten sich die grossen Erfolgsmöglichkeiten. Doch mit dem 11. September 2001 veränderte sich die Lage zunehmend und aufgrund der Aufblähung der gesamten Sparte konnte teilweise nicht flexibel genug auf die Krise reagiert werden. Auch eine notwendige Verschlankungskur gestaltet sich bei solch grossen Unternehmen deutlich schwieriger. Vorteile wie die grössere Unabhängigkeit von den Wünschen anderer Unternehmen werden dann durch die Übernahme aller Kosten zu einer grossen Belastung.


TUI AG

Die Aktiengesellschaft TUI, mit ihrem Hauptsitz in Hannover, zählt zu den grössten Touristikunternehmen Europas. Ursprünglich war die frühere Preussag als Industrieunternehmen tätig, konzentrierte sich in den 1990er Jahren aber zunehmend auf die Tourismus- und Freizeitbranche. Das Unternehmen umfasst über 68'000 Mitarbeiter und erzielt durchschnittlich einen Umsatz von 21 Milliarden Euro. Mittlerweile umfasste das Unternehmen alle Bereiche des Tourismus, von der eigenen Fluggesellschaft (TUI Airlines), über Hotelketten (zum Beispiel Robinson) und Kreuzfahrtschiffe auch die Containerschifffahrt, von welcher man sich 2008 aber schliesslich wieder trennte. Trotz allem Erfolg gelang die Umstrukturierung von der Industriebranche in den Tourismus nicht ohne Widerstand. Viele befürchteten eine grosse Verschuldung des Konzerns, da man sich auf ein Gebiet wagte, das ausserhalb des Kompetenzbereiches der Geschäftsleitung lag. Zur Zeit wird das Aktienkapital neben den industriellen Grossaktionären vorwiegend von den Einzelaktionären John Fredrikson, einem norwegischen Reeder, und dem russischen Oligarchen Alexei Mordaschow gehalten.

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